Kund:innen der familiengeführten Bio-Ladenkette TJADEN`s Bio Frischemarkt in Hamburg haben besonderes Glück: Die Teamleiterin für den Bereich Obst & Gemüse, Liesa Wolf, liebt nicht nur Gemüse, sondern weiß auch um die Bedeutung samenfester Sorten: „Nachdem ich nicht mehr zu Hause wohnte und aufs Geld schauen musste, habe ich immer weniger Gemüse gegessen – weil es mir einfach nicht schmeckte.
Erst später habe ich entdeckt, dass es große Geschmacksunterschiede gibt und dass samenfeste Sorten häufig viel besser schmecken“, berichtet sie. Das Bewusstsein war also geweckt. Auch ein Vortrag von Kultursaat-Züchterin Christina Henatsch beim Gut Wulfsdorf über die Qualität von samenfestem Gemüse aus Bio-Züchtung blieb ihr im Gedächtnis.

Fortbildung zur Bio-Züchtung für die Mitarbeiter:innen
TJADEN`s ist Kunde bei Großhändler Grell Naturkost, einem langjährigem bioverita-Marktpartner. Grell bietet ein großes Sortiment samenfester Sorten aus Bio-Züchtung an und berichtet regelmäßig darüber in seinen Medien, um deren Bedeutung bis zu den Kund:innen zu transportieren. Dann nahm Wolf beim sog. „Runden Tisch für samenfeste Sorten“ teil – und war angefixt, das Thema auch bei TJADEN`s noch präsenter zu machen. Gemüse spielt bei TJADEN`s eine große Rolle. Wolf ist regelmäßig in den Filialen, um Schulungen zu geben und beim Aufbau der Ware in der Frischabteilung zu unterstützen. „Viele Kunden kommen gezielt, weil wir ein hohes Maß an Qualität, Frische und eine ansprechende Optik bieten“, ist die langjährige Mitarbeiterin überzeugt.
Um das Thema Bio-Züchtung auch den Mitarbeiter:innen der sieben Filialen in Hamburg zu vermitteln, organisierte Wolf kurzerhand eine Schulung zu diesem Thema. bioverita-Mitarbeiterin Hannah Grebe reiste dafür extra nach Hamburg. Neben den Unterschieden von samenfesten und Hybridsorten ging es dabei auch um die Abhängigkeiten der Bio-Branche von konventioneller Züchtung. Sorten aus Bio-Züchtung sind ein wichtiger Beitrag zu einem zukunftsfähigen Bio-Landbau, mit dem der Naturkostfachhandel für echte Bio-Werte einstehen und sich profilieren kann. Knapp zwanzig Kolleg:innen nahmen an der Schulung teil und „fanden es richtig gut“, berichtet Wolf, sodass nun auch bei TJADEN`s intern eine deutlich höhere Bereitschaft da ist, dem Thema im Laden Platz einzuräumen.

Wertschätzung für Sorten aus Bio-Züchtung schaffen
Aber wie das Thema im Alltag in der Filiale spielen? „Das Holzdisplay von bioverita ist eine große Hilfe“, findet die Einkäuferin. In den TJADEN`s Filialen ist es dauerhaft im Einsatz. „Nach ersten Anlaufschwierigkeiten geben wir jetzt immer wöchentlich vor, welches Gemüse im Display gezeigt wird. Das funktioniert gut“, erzählt sie. Wolf hält viel davon, unterschiedliche Größen eines Gemüses für die verschiedenen Bedarfe anzubieten. „Ein Direktlieferant hat mal kleine knubbelige Möhren geliefert. Beim Großhändler wären die wohl durch die Qualitätskontrolle gefallen. Aber auch diese Möhren hatten ihre Fans“, berichtet Wolf.
Sie fügt hinzu: „Später haben wir Emails von Kunden bekommen, die nach den Knubbelmöhren fragten, weil sie so gut geschmeckt hätten.“ Wenn sie von der Sorte Bollin aus Bio-Züchtung berichtet, die Christiansen`s Hof zuletzt geliefert hatte, kommt sie regelrecht ins Schwärmen. „Die waren geschmacklich gut und hielten sich auch lange.“ Das kam bei Kunden wie beim Ladenpersonal gut an.

Kennzeichnung im Laden
TJADEN`s Bio Frischemarkt ist ein Familienunternehmen, das mit einem Lieferservice begann und 2006 den ersten Bio-Supermarkt in Eimsbüttel eröffnete. Seitdem kamen weitere Filialen in verschiedenen Hamburger Stadteilen hinzu. Jede Filiale bestellt eigenständig und direkt bei den Lieferanten. Soweit möglich, direkt bei regionalen Anbauer:innen oder eben beim Großhandel. Zu vielen Anbauer:innen besteht ein persönlicher Kontakt – ein weiterer Pluspunkt für die Qualität.
„Wenn es samenfeste Sorten bei unseren Lieferanten gibt, werden diese auch bestellt“, berichtet Wolf. Wichtig sei, dass auch auf den gelieferten Kisten samenfest bzw. bioverita stünde. Erst das gewährleistet, dass die Ware im Laden entsprechend gekennzeichnet werden kann. Eine Herausforderung, die sicherlich jeder Laden kennt: die Kolleg:innen, die die Bestellung machen, sind in der Regel nicht dieselben, die die Ware in die Auslage bringen.

Neugierig machen, etwas auszuprobieren
„Wir probieren gerne mal was aus und analysieren dann, wie es funktioniert hat. Wir versuchen, den Kunden Sortenvielfalt nahe zu bringen. Rote Bete ist eben nicht Rote Bete“, schmunzelt Wolf. „Eine Zeitlang haben wir zwei Sorten Rote Bete parallel angeboten: einerseits die Sorte Gesche, die so schön mild ist für Rohkostsalate, andererseits die Sorte Robuschka für intensiven Geschmack. Das finden die Kunden spannend und es wird gerne probiert.“
Wir von bioverita freuen uns, mit Liesa und TJADEN`s tolle Partner:innen gefunden zu haben, die die besondere Qualität von samenfesten Sorten und Sorten aus Bio-Züchtung in die Verbreitung bringen.

Fotos: TJADEN`s Bio Frischemarkt