
Was ist neu? Die Kurzform
Zielsetzung von bioverita
- macht die Bio-Züchtung sichtbar im Auftrag und zusammen mit den Mitgliedsorganisationen
- bietet eine Informationsplattform zu Bio-Züchtung
- verhilft Bio-Züchtungsinitiativen und Sorten aus Bio-Züchtung zu mehr Bekanntheit
- positioniert die Bio-Züchtung als DIE Alternative zu NGT.
Definition Bio-Züchtung
- bioverita orientiert sich an der Definition von Öko-Züchtung von ECO PB, allerdings mit eigenständiger Formulierung und unter Ausschluss der Bio-Hybridzüchtung.
Weniger Bürokratie
- Auflösung der Labelkommission
- Es finden nur noch Erstaudits von neuen Züchtungsinitiativen statt, die Mitglied bei bioverita werden möchten; Wiederholungsaudits entfallen.
- Sortenprüfungen durch die Labelkommission werden durch Selbstverpflichtung der Züchter:innen ersetzt.
- bioverita verfolgt proaktiv Informationen zu neu angemeldeten Sorten aus Bio-Züchtung und zu Abmeldungen der Mitglieder und pflegt nach Rücksprache eine umfassende Sortenliste der Sorten aus Bio-Züchtung.
Weniger Label, mehr Bio-Züchtung
- bioverita vergibt das Label nicht mehr für Sorten und Produkte aus diesen Sorten, stellt das Label zur Kennzeichnung aber weiterhin zur Verfügung.
- Die Nutzung des Labels wird nur noch bei Verdachtsfällen kontrolliert. Gegen Missbrauch wird vorgegangen.
- Für die Labelnutzung werden keine Gebühren mehr erhoben.
- bioverita arbeitet an Kommunikationsmodulen zur Bio-Züchtung, die von den Mitgliedern genutzt werden können
- bioverita ist weiterhin auf Messen aktiv, um die Bio-Züchtung bekannter zu machen
- bioverita bringt sich bei verschiedenen Plattformen zum Thema Bio-Züchtung ein (z. B. Runde Tische, Biobranche ohne NGT u.a.)
- Die Homepage von bioverita soll die zentrale Informationsplattform zur Bio-Züchtung werden
Austausch mit den Mitgliedern und Transparenz
bioverita hat nicht ausreichend Ressourcen, um ein Label am Markt zu etablieren. Auch die Kommunikation der Bio-Züchtung bis zu Endkonsument:innen kann bioverita nicht alleine leisten. Deshalb: Zukünftig involvieren wir unsere Mitglieder in die Erstellung eines detaillierten Jahresplans der Aktivitäten des Folgejahres. Es sollen dabei gemeinsame Aktivitäten geplant werden und auch die Aktivitäten der Mitglieder einfließen.
Was ist neu? Die ausführliche Form
Als wichtigsten Punkt empfahl der Vorstand, dass sich bioverita zukünftig an der Definition von Öko-Züchtung von ECO PB orientiert, allerdings mit eigenständiger Formulierung und unter Ausschluss der Bio-Hybridzüchtung. Dieser Vorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Im Folgenden wurde beschlossen, dass es nur noch ein Erstaudit geben soll für neue Züchtungsinitiativen, die Mitglied werden möchten. Die Durchführung dieser Audits liegt beim Vorstand statt wie bisher bei der Labelkommission. Die Auditierung wird ergänzt durch eine Selbstverpflichtungserklärung der Züchtungsinitiativen.
Die Labelkommission wird aufgelöst. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zuletzt hatte Edith Lammerts van Buuren aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt erklären müssen und auch die anderen Mitglieder werden nicht jünger. Zschunke betont, dass es nicht einfach sei, Personen zu finden, bei denen Neutralität und erforderlicher Sachverstand zusammenkommt und die gleichzeitig die Zeit finden, sich für bioverita zu engagieren.
Sortenzertifizierung
Zukünftig bestätigen die Züchtungsinitiativen über eine Selbstverpflichtungserklärung, dass sie konform zur bioverita-Definition von Bio-Züchtung arbeiten. Dadurch entfällt die Überprüfung der Züchtungshistorie jeder einzelnen Sorte, die die Labelkommission bisher vorgenommen hat. bioverita wird weiterhin eine Übersichtsliste der Sorten aus Bio-Züchtung zur Verfügung stellen. Um die Züchtungsinitiativen zu entlasten, übernimmt bioverita das Monitoring der An- und Abmeldungen von Sorten bei den wichtigsten Sortenämtern (Bundessortenamt, GEVES, Naktuinbouw, AGES (AT) und Bundesamt für Landwirtschaft (CH). So wird registriert, wenn Sorten von Bio-Züchtungsinitiativen, die Mitglieder bei bioverita sind, zugelassen wurden. bioverita wendet sich dann an die jeweilige Züchterin/den jeweiligen Züchter und holt das Einverständnis ein, dass die Sorte auf die Liste der Bio-Sorten von bioverita aufgenommen wird. Selbstverständlich können die Bio-Züchtungsinitiativen ihre Sorten auch weiterhin direkt an bioverita melden. Mit der Selbstverpflichtungserklärung bestätigt die Züchterin/der Züchter, dass die Sorte im Einklang mit der Definition der Bio-Züchtung von Eco PB bzw. bioverita gezüchtet wurde.
Bei Sortenabmeldungen werden die Sorten automatisch von der bioverita-Liste gestrichen. bioverita bestätigt nur noch, dass Sorten aus Bio-Züchtung stammen, und verzichtet auf jede Form von eigener Beschreibung oder agronomischer Bewertung. Stattdessen verlinken wir auf die Informationen und die Beratung des Saatguthandels. Damit möchten wir noch einmal deutlich zeigen, dass wir keinesfalls dem Saatguthandel Konkurrenz machen, sondern vielmehr unterstützend arbeiten möchten. Wir wünschen uns, dass die von bioverita unterstützten Bio-Sorten im Saatguthandel eigens gekennzeichnet werden, um entlang der Wertschöpfungskette Klarheit über Sorten aus Bio-Züchtung zu schaffen. Aufgrund der EmpCo-Richtlinie kann dafür vorerst nicht mehr das bioverita-Label genutzt werden. An anderer Stelle stellen wir unsere Vorschläge vor, wie das Label bei der Kennzeichnung ersetzt werden kann.
Label-Nutzung
Das Ziel von bioverita ist es, die Bio-Züchtung bekannt zu machen und ihr ein Gesicht zu geben. Dazu ist es wichtig, dass wir als Organisation bekannt sind. Die geschützte Marke «bioverita» soll daher weiterhin Bestand haben. Am Markt möchten wir jedoch den Mitgliedern und Partner:innen die Nutzung des Labels freistellen. bioverita kontrolliert die Nutzung des Labels nicht mehr, sondern stellt sie in die Verantwortung der Mitglieder. So werden verschiedene Niveaus der Kommunikation möglich: Ein Mitglied kann die Mitgliedschaft bei bioverita lediglich dazu nutzen, das eigene Engagement für die Bio-Züchtung herauszustellen. Ein weitergehender Einsatz wäre möglich durch die Kennzeichnung von Sorten aus Bio-Züchtung gegenüber den Ladner:innen. Zusätzlich dazu kann die Kommunikation bis den Endkonsument:innen forciert werden. Indem wir die Nutzung des Labels freistellen, müssen wir die bestehenden Marktpartnerschaften neu definieren. Zu klären ist eine Selbstverpflichtungserklärung der Marktpartner und wie wir die ausbleibenden Einnahmen aus der Labelnutzung kompensieren. Über den Markenschutz hat bioverita weiterhin die Möglichkeit, gegen offensichtlichen Missbrauch vorzugehen. Die Kennzeichnung des Saatguts von biologisch gezüchteten Sorten halten wir für sehr wichtig. Eine Kennzeichnung der Bio-Züchtung entlang der Wertschöpfungskette ist wünschenswert. Damit trägt bioverita auch der Kritik Rechnung, dass das Label nicht bekannt genug ist. Wir stellen klar, dass wir bei Aktivitäten unserer Mitglieder unterstützend tätig sein können, die dazu dienen, das Label bekannter zu machen. Jedoch sind wir zur Überzeugung gelangt, dass bioverita selbst weder ausreichend Mittel noch Ressourcen hat, um das Label genügend am Markt zu etablieren.
Sitz des Vereins bioverita
Bisher ist bioverita ein Verein nach Schweizer Recht, unsere Aktivitäten finden aber seit Längerem v.a. auf dem deutschen Markt statt. Deshalb wurde wiederholt gewünscht dass bioverita ein eingetragener Verein in Deutschland werden soll. Unsere Recherche ergab, dass es Vor- und Nachteile sowohl für einen Vereinssitz in Deutschland wie in der Schweiz gibt. Aktuell profitiert bioverita vom liberalen Rechtsrahmen für Vereine in der Schweiz, kann aber z.B. keine staatlichen Fördermittel in Deutschland bekommen. bioverita hat deshalb den Ansatz verfolgt, einen zweiten Verein in Deutschland zu gründen. Die beiden Vereine sollen personell über den Vorstand und über die Statuten eng miteinander verbunden sein. Diese Struktur bringt aber zusätzlichen Mehraufwand mit sich und wird derzeit als nicht zielführend angesehen. Eine deutsche Geschäftsstelle kann auch durch den Schweizer Verein geführt werden. Amadeus Zschunke stellt in Aussicht, dass bioverita sich nach der Verabschiedung der Neuausrichtung bei der Jahresversammlung vom 29.5.26 sowie nach der Neubesetzung der Geschäftsleitungsstelle, erneut überlegt werden, ob es einen zweiten Verein braucht.
Foto: sense think