Pressemitteilung Biofach 2018

Pressemitteilung Biofach 2018

PRESSEMITTEILUNG Februar 2018

BIOFACH 2018: Bio-Züchtung bei Pflanzen und Tieren für mehr Unabhängigkeit der Branche – Bio von Anfang an !

  • BIOFACH-Sonderschau zeigt, was Bio-Züchtung bis heute erreicht hat, und was für die Zukunft wichtig ist

Wenn sich vom 14. bis 17. Februar 2018 wieder die internationale Bio-Branche zum Jahresauftakt in Nürnberg trifft, feiert der „Treffpunkt Bio von Anfang an“ Premiere. Ziel der BIOFACHSonderschau: aufzeigen, was die Bio-Züchtung bis heute erreicht hat und wo noch Aufbauarbeit nötig ist, damit sich der Bio-Landbau auch zukünftig bei der Pflanzen- und Tierzüchtung, also bei Sorten und Rassen, seine Eigenständigkeit bewahren kann. Der „Treffpunkt Bio von Anfang an“ ist eine Sonderschau der BIOFACH. Inhaltlich wird sie gestaltet von bioverita und bündelt zahlreiche Züchtungsinitiativen.

Der „Treffpunkt Bio von Anfang an“ stellt auf verschiedenen „Themensäulen“ einzelne Züchtungsbereiche dar. Darüber hinaus präsentieren sich verschiedene Züchtungsinitiativen mit ihren jeweiligen Projekten auf dieser Fläche. In einem Kommunikationsforum, das Teil der Sonderschau ist, werden einzelne Züchtungsprojekte vorgestellt und über allgemeine Themen rund um die Bio-Züchtung diskutiert.

Bio-Züchtung für einen unabhängigen Bio-Anbau
Für den Bio-Landbau ist die Pflanzenzüchtung von herausragender Bedeutung. Markus Johann, Geschäftsleiter bioverita: „Bio-Landwirte sind auf Sorten angewiesen, die ohne Unterstützung von chemischen Düngern und Pestiziden gute Ergebnisse liefern. Sorten, die den Ansprüchen des Bio-Gedankens und der Bio-Produzenten entsprechen, stehen bei Weitem noch nicht für alle Kulturen zur Verfügung. Und da, wo sie zur Verfügung stehen, ist es alles andere als gesichert, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Denn die Bedrohung durch neue gentechnische Methoden und die zunehmende Konzentration auf wenige Anbieter ist für die Bio-Branche immens. Durch die Arbeit der Bio-Züchter wird die Unabhängigkeit der Bio Bewegung gefördert sowie ein Kontrapunkt gegen die zunehmende Machtkonzentration der Saatgutmultis gesetzt.“

„Ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Denkweise sind Sorten, die extra für den Bio-Landbau gezüchtet wurden“, so Johann weiter. Die Sorten aus der Bio-Züchtung sollen möglichst gute und stabile Erträge bringen, aber nicht nur das. Sie müssen die eingeschränkt vorhandenen Nährstoffe in den Böden sehr effizient in eine bestmögliche Qualität transformieren können, eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge aufweisen, guten Strohertrag bringen, starke Wurzeln bilden und eine gute Verarbeitungs- und Backqualität aufweisen.
Der biologische Tafelobstbau beispielsweise unterscheidet sich wesentlich vom herkömmlichen Intensivobstbau, insbesondere bei Düngung und Pflanzenschutz. Die meisten gängigen Marktsorten erfordern einen intensiven Pflanzenschutz, der mit Bio-Mitteln sehr aufwendig ist und oft keine ausreichende Ertragssicherheit gewährleistet. Deshalb ist die Entwicklung neuer Sorten, die vorzügliche Qualität mit bester Eignung für den Bio-Anbau vereinen, von großer Bedeutung.

Bio in der Tierzüchtung
Auch in der Tierzucht ist eine für den Bio-Landbau eigenständige Züchtung essentiell. Markus Johann: „Bei Rindern werden vor allem weibliche Tiere schon heute auf den Bio-Betrieben gezüchtet. Wiederkäuer sind perfekt entwickelt für die Verdauung von Zellulose sowie für ausdauerndes Gehen. Die biologische Rinderzucht konzentriert sich deshalb auf gute Weidefähigkeit, Gesundheit und Langlebigkeit. Auch bei Hühnern arbeitet die Branche intensiv und erfolgreich an Alternativen zu bestehenden Methoden. Erste züchterische Ansätze, zum Beispiel das Töten von männlichen Küken auch in der Bio-Branche vollständig zu vermeiden, realisiert unter anderem die ökologische Tierzucht gGmbH, eine Initiative der Anbauverbände Bioland und demeter.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Bio-Züchtung bekannter und sichtbarer zu machen – auch am Markt. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern liegt die konsequente Umsetzung des ökologischen Gedankens am Herzen. Ihnen das Thema verständlich näher zu bringen, ist eine unserer grossen Aufgaben“, betont Amadeus Zschunke, der Bioverita-Präsident, der auch Geschäftsleiter der Sativa-Rheinau AG ist. „Vor allem auch dank der Unterstützung von verschiedenen Firmen sowie von Stiftungen und Organisationen, die der Bio-Züchtung schon heute sehr wohlwollend gegenüberstehen, konnten wir diese Sonderausstellung realisieren. Dafür sind wir wirklich auch sehr dankbar“ so Zschunke weiter.

Die Züchtungsinitiativen und Organisationen auf der Sonderschau „Treffpunkt Bio von Anfang an“
· Apfel:gut Obstzüchtung
· Bingenheimer Saatgut AG
· bioverita – für ein Bio von Anfang an
· Ellenberg’s Kartoffelvielfalt GbR
· Europäisches Konsortium für ökologische Pflanzenzüchtung (ECO-PB)
· Europäisches Konsortium für ökologische Tierzüchtung (ECO-AB)
· Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
· Forschung & Züchtung Dottenfelder Hof – LBS e.V.
· Getreidezüchtung Peter Kunz
· Getreidezüchtungsforschung Darzau
· IFOAM Seed Plattform
· Keyserlingk-Institut
· Kultursaat e.V.
· Ökologische Tierzucht gGmbH
· Poma Culta Apfelzüchtung
· ReinSaat KG
· Saat:gut e.V.
· Sativa Rheinau AG
· Zukunftsstiftung Landwirtschaft – Saatgut- und Tierzuchtfonds

Ansprechpartner für Presse und Medien
Markus Johann, T +41 79 636 5364, info@bioverita.ch
Amadeus Zschunke, T +41 78 645 0078, a.zschunke@sativa-rheinau.ch

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